Besuch im Westküstenklinikum Heide
Informationsbesuch beim Personal- und Betriebsrat des Westküstenklinikums Heide (WKK)
Am 04. April trafen sich die Vorstandsmitglieder Anke Marohn, Helmut Meyer, Thomas Masekowitz, Johannes Voigt und der Verfasser mit Jochim Luplow (Konzernbetriebsratsvorsitzender 4K-Krankenhäuser) und Matthias Stecher (Betriebsratsvorsitzender des WKK) auf Initiative Johannes Voigts, der dieses Treffen mit den Vertretern des WKK organisiert hatte.
Eindrucksvoll und versiert schilderten die Betriebsräte die Problematiken, mit denen Krakenhäuser allgemein und die 4K Krankenhäuser (Heide, Itzehoe, Neumünster, Bad Bramstedt, Brunsbüttel) insbesondere zu kämpfen haben.
Als vordringliche allgemeine Probleme stellen sich demnach die sog. „Budgetdeckelung“ und das nicht faire Preissystem dar. D.h. stark vereinfacht dem Krankenhaus steht ein festes Budget zur Verfügung, das jährlich um den gleichen Prozentsatz wächst, wie das Durchschnittseinkommen eines Schleswig-Holsteiners. Da gleichzeitig die laufenden Kosten für die Krankenhäuser deutlich stärker steigen, z.B. durch höhere Energiepreise, reicht irgendwann das Budget für die Deckung der Kosten nicht mehr aus. Der Punkt ist jetzt, so die Betriebsräte, erreicht. Mögliche Effizienzsteigerungen wurden schon früher erreicht.
Zudem müssen Krankenhäuser in Schleswig-Holstein gleiche Leistungen für wenigen Geld erbringen als beispielsweise ein Krankenhaus in Bayern. Die Ursache hierfür liegt darin, dass der Preis der Leistungen an das Bundesland gekoppelt ist. Nach der Logik im Gesundheitswesen ist also ein bayrischer Blinddarm wertvoller, wenn er operiert wird, als ein schleswig-holsteinischer. Deshalb fordert der Betriebsrat der 4K-Krankenhäuser u.a. „eine Aufhebung der Budgetdeckelung“ und ein „faires Preissystem“. Vertiefendes Material zu dieser Thematik und zur aktuellen Arbeit der Betriebsräte finden sich unter www.krankenhaus-in-not.de
Wie kann die Kommunalpolitik dem WKK helfen? Diese Frage konnte konkret beantwortet werden:
Das WKK kann qualifizierte Nachwuchskräfte zwar recht gut anwerben. Das langfristige Halten dieses wichtigen Personals gestaltet sich jedoch schwierig. Um den Standort Heide/ Dithmarschen auch für diese Personengruppe interessanter zu gestalten, ist es den Erfahrungen der Betriebsräte zufolge zum einen notwendig, die Arbeitsbedingungen (persönliche Belastungen) zu verbessern; es muss aber auch in familienfreundliches Umfeld geschaffen werden, da es sich eben um junge Arbeitnehmer handelt.
Diese Aufgabenstellung machen wir in der UWD zu unserer und packen sie an!
Marco Schreiber
(1. Vorsitzender)

